Gospelgeschichte

Wurzeln aus Afrika

Gospelmusik gibt es seit dem 17. Jahrhundert, seit die ersten Schwarzen als Sklaven aus Afrika nach Nordamerika gebracht wurden. Die Schwarzen wurden möglichst von ihres Gleichen getrennt, so dass auch die Schwarzen untereinander sich nur mühsam verständigen konnten, weil sie unterschiedliche Sprachen und Dialekte sprachen. Das Einzige, was sie wirklich verband war die Musik. Tanzen und Singen war Teil ihrer Kultur und das Einzige, was sie aus Afrika mitnehmen konnten. Bei der Arbeit erleichterte Ihnen die die musikalischen Rhythmen die immer gleichen Handgriffe.

 

Der Glaube der Weißen

Durch den Glauben wollten die Weißen die Schwarzen zivilisieren und brachten ihnen ihre Lieder bei. Zunächst über nahmen die Schwarzen diese Lieder, aber veränderten diese ziemlich bald und brachten eigene Melodien und vor allem Rhythmen in diese Lieder. Es entstanden die Spirituals, die Vorläufer der heutigen Gospels. Von der alttestamentarischen Idee des gelobten Landes für das Volk Israel, versteckten die Schwarzen geheime Botschaften für die Flucht und den Wunsch nach Freiheit in ihren Texten.

Beispiele dafür:

 

Vom Spiritual zum Gospel

1870 nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs wurde die Sklavenhaltung in den Südstaaten abgeschafft und das war der Beginn einer neuen Form der religiösen Musik. Während sich die Inhalte der Spirituals noch mit Texten des Alten Testamentes befassten, bezogen sich die Texte der nun entstehenden Gospels auf Texte des Neuen Testamentes.

Beispiele dafür sind:

 

Besonderheiten der Gospels

Spirituals wurden meist a capella gesungen. Bei Gospels kamen Instrumente mit dazu: zunächst Tamburin und Klavier, später Hammond-Orgeln, E-Gitarren, Schlagzeug. Heute werden Gospels von a capella bis hin zu Kompositionen mit ganzem Orchester produziert.

Gospels zeichnen sich weiter durch häufige Wiederholungen aus. Nach dem Prinzip ‚Call and Response‘ ruft der Vorsänger einen Textteil und der Chor antwortet darauf. Wiederholt der Chor den Ruf des Vorsängers nennt man das ‚Lining-out‘.

Aus der Tradition der schwarzen Musik heraus werden Gospels im Offbeat gesungen, also gegen den Rhythmus, was ihn oft schwieriger macht, als er sich anhört.

Improvisationen brachten dann noch zusätzliche Farbe in die bekannten Lieder durch Ergänzen oder Weglassen von Strophen etc. Mit ihrer besonderen Vielfalt hat die Gospelmusik viel Einfluss auf andere Musikrichtungen genommen und viele bekannte Sänger entstammen der Gospelszene.